Vom falschem Ort spielen - Golfregeln des DGV

a) Allgemeines
Vom falschen Ort spielen: Ein Spieler hat von einem falschen Ort gespielt, wenn er einen Schlag nach seinem Ball im Spiel macht:

(I) von einem Teil des Platzes, von dem die Regeln das Spielen eines Schlags untersagen oder an dem ein Ball nicht fallen gelassen oder hingelegt werden darf, oder
(II) wenn die Regeln verlangen, einen fallen gelassenen Ball erneut fallen zu lassen bzw. einen bewegten Ball zurückzulegen.

Anmerkung: Ball von außerhalb des Abschlags oder von falschem Abschlag abgespielt – siehe Regel 11-4.

b) Lochspiel
Macht ein Spieler einen Schlag von einem falschen Ort, so verliert er das Loch.

c) Zählspiel
Macht ein Bewerber einen Schlag von einem falschen Ort, so zieht er sich die Strafe von zwei Schlägen nach der anwendbaren Regel zu. Er muss das Loch mit dem vom falschen Ort gespielten Ball zu Ende spielen, ohne seinen Fehler zu beheben, vorausgesetzt, er hat keinen schwerwiegenden Verstoß begangen (siehe Anmerkung 1).

Wird sich ein Bewerber nach dem Spielen vom falschen Ort dieser Tatsache bewusst und nimmt an, es könne sich um einen schwerwiegenden Verstoß handeln, so muss er, bevor er einen Schlag auf dem nächsten Abschlag macht, das Loch mit einem zweiten Ball zu Ende spielen, der in Übereinstimmung mit den Regeln gespielt wurde. Wenn das gespielte Loch das letzte Loch der Runde ist, muss er vor dem Verlassen des Grüns seine Absicht erklären, das Loch mit einem zweiten Ball zu Ende zu spielen, der in Übereinstimmung mit den Regeln gespielt wurde. Hat der Bewerber einen zweiten Ball gespielt, so muss er den Sachverhalt der Spielleitung melden, bevor er seine Zählkarte einreicht; versäumt er dies, so ist er disqualifiziert. Die Spielleitung muss feststellen, ob der Bewerber einen schwerwiegenden Verstoß gegen die anwendbare Regel begangen hat. Ist dies der Fall, so gilt die Schlagzahl mit dem zweiten Ball und der Bewerber muss seiner Schlagzahl mit dem zweiten Ball zwei Strafschläge hinzurechnen. Wenn der Bewerber einen schwerwiegenden Verstoß begangen hatte und ihn nicht wie oben angegeben behoben hat, so ist er disqualifiziert.

Anmerkung 1:
Ein Bewerber hat einen schwerwiegenden Verstoß gegen die anwendbare Regel begangen, wenn die Spielleitung der Meinung ist, dass er sich durch das Spielen vom falschen Ort einen bedeutenden Vorteil verschafft hat.

Anmerkung 2: Spielt ein Bewerber einen zweiten Ball nach Regel 20-7c und es wird entschieden, dass dieser nicht zählt, so bleiben Schläge mit diesem Ball und Strafschläge, die nur beim Spielen dieses Balls anfielen, außer Betracht. Wird entschieden, dass der zweite Ball zählt, so bleiben der Schlag vom falschen Ort sowie darauf folgende Schläge mit dem ursprünglichen Ball einschließlich Strafschläge, die nur beim Spielen des ursprünglichen Balls anfielen, außer Betracht.

Anmerkung 3: Zieht sich ein Spieler eine Strafe für das Spielen eines Schlags vom falschen Ort zu, so fällt keine zusätzliche Strafe für das unerlaubte Ersetzen eines Balls an.

Stand: 2018