Das lange Spiel mit dem Driver sorgt für Aufsehen, doch das kurze Spiel rund ums grün rettet den Score. Wer auf dem Platz seine Punkte sichern will, benötigt ein breites Repertoire an Annäherungsschlägen. Oft entscheiden Zentimeter darüber, ob man mit einem Par vom Loch geht oder unnötige Schläge sammelt. In diesem Artikel erfährst du alles über die wichtigsten Golfschläge, wie du typische Fehler vermeidest und mit welcher Technik du den Ball am besten an die Fahne bringst.
Spiel
Das kurze Spiel ist ein Spiel der Präzision und des Feingefühls. Sobald sich der Ball in der Nähe des Grüns befindet, stehen Golfer vor der Wahl der richtigen Strategie. Jede Situation erfordert eine andere Flug- und Rollphase des Balls. Während beim Drive maximale Weite zählt, geht es beim Pitch oder Chip um maximale Kontrolle über Richtung und Distanz. Wer die verschiedenen Schlagarten beherrscht, sichert sich das begehrte Up and Down - also das Einlochen mit nur einem einzigen Annäherungsschlag und einem anschließenden Putt.
Chippen
Das Chippen ist die fundamentalste Form der Annäherung, wenn der Ball knapp vor dem Grün liegt, beispielsweise im Vorgrün oder im kurzen Rough. Das primäre Ziel ist es, den Ball nur kurz fliegen und danach möglichst kontrolliert wie beim Putten zur Fahne rollen zu lassen. Ein perfekt ausgeführter Chip kann sogar direkt im Loch verschwinden, was in der Golfwelt als Chip-In gefeiert wird. Um das Gefühl für diesen Schlag zu verfeinern, bietet fast jeder Platz eine spezielle Chipping Area auf dem Übungsgelände.
Die richtige Ausführung ist der Schlüssel zum Erfolg. Beim Chippen nimmst du einen schmalen Stand ein, bei dem die Füße nur etwa eine Fußbreite auseinanderstehen. Das Gewicht wird bewusst auf das vordere Bein verlagert (etwa 60 bis 70 Prozent). Die Ballposition ist leicht rechts von der Mitte (für Rechtshänder), also eher Richtung hinterer Fuß.
Die Arme und Schultern bilden zusammen mit dem Schläger ein stabiles Dreieck. Die Hände greifen den Schläger etwas kürzer, wobei der Griff leicht in Richtung des vorderen Oberschenkels zeigt. Die Bewegung selbst gleicht einer Pendelbewegung beim Putten: Die Handgelenke bleiben während des gesamten Schwungs absolut stabil und starr. Wer hier den Fehler macht und aus den Handgelenken löffelt, riskiert einen unsauberen Ballkontakt oder trifft den Boden weit vor dem Ball.
Chip
Welchen Schläger nutzt man für den klassischen Chip? Hier haben Golfer eine große Auswahl. Traditionell greift man zu einem mittleren bis kurzen Eisen, wie einem Eisen 7 oder Eisen 8. Durch den geringeren Loft fliegt der Ball flach an und nutzt den Rollweg optimal aus. Eine beliebte Variante dieses Schlages ist der Bump and Run. Dabei wird der Ball ganz flach gegen eine Welle oder Kante vor dem Grün geschlagen, springt dort kontrolliert auf (Bump) und läuft dann flach weiter (Run). Wer weniger Rollen möchte, nutzt ein Pitching Wedge, um etwas mehr Flugphase zu erzielen.
Pitch
Wenn die Distanz zum Grün größer ist oder ein Hindernis wie ein Bunker oder hohes Rough zwischen Ball und Fahne liegt, reicht der flache Chip nicht mehr aus. Jetzt kommt der Pitch zum Einsatz. Im Gegensatz zum Chip fliegt der Pitch hoch und weit, rollt dafür nach der Landung auf dem Grün nur noch sehr wenig.
Die Technik beim Pitching unterscheidet sich deutlich: Der Stand ist etwas breiter und die Ballposition liegt in der Mitte. Da es sich um einen Mini-Schwung handelt, dürfen und müssen die Handgelenke im Rückschwung leicht abwinkeln, um die nötige Kraft und Höhe zu generieren. Als Faustregel gilt: Ein Pitch fliegt etwa 70 Prozent des Weges und rollt die restlichen 30 Prozent. Die Werkzeuge der Wahl sind hier die Wedges mit viel Loft, allen voran das Pitching Wedge oder ein Gap Wedge. Eine Extremform ist der Lob Shot, bei dem das Schlägerblatt extrem geöffnet wird, damit der Ball fast senkrecht steigt und sofort stoppt.
Sand Wedge
Wenn der Ball in der Sandbunkern rund ums grün landet, verlässt man sich auf das Sand Wedge. Diese Schlägerart besitzt eine spezielle Sohle mit dem sogenannten Bounce, der verhindert, dass sich der Schläger im Sand eingräbt.
Beim klassischen Bunkerschlag, auch Explosionsschlag genannt, wird ein ganz besonderer Trick angewendet: Du triffst nicht den Ball selbst, sondern schlägst bewusst ein bis zwei Zentimeter vor dem Ball in den Sand. Durch die Wucht des Sandes wird der Ball sanft aus dem Bunker herausgehoben. Der Stand ist hierbei breit, das Schlägerblatt weit offen und der Schwung wird kraftvoll durchgezogen. Wer zögerlich schwingt, bleibt im Sand stecken - Mut zum Durchschwingen ist hier das beste Training.
Fazit: Übung macht den Meister auf dem Chip-Putt-Platz
Das kurze Spiel verzeiht keine Hektik. Nutze Videos zur visuellen Kontrolle deiner Technik und verbringe regelmäßig Zeit auf dem Chip-Putt-Platz deines Clubs. Wenn du die Aspekte von Gewichtsverteilung, Ballposition und Handgelenkskontrolle verinnerlichst, wird sich dein Score auf der nächsten Runde drastisch verbessern.
FAQ - Häufige Fragen zu den Schlagarten im kurzen Spiel
Was ist der Unterschied zwischen einem Chip und einem Pitch?
Ein Chip ist ein flacher Schlag mit kurzer Flugphase und langer Rollphase, bei dem die Handgelenke starr bleiben. Ein Pitch ist ein höherer Schlag für größere Distanzen mit spürbarem Handgelenkeinsatz, bei dem der Ball weit fliegt und nach der Landung schnell stoppt.
Welcher Schläger ist der beste zum Chippen?
Es gibt nicht den einen Schläger. Für einen flachen Chip mit viel Roll eignen sich die Eisen 7, 8 oder 9 hervorragend. Wenn du weniger Platz zum Rollen hast, ist das Pitching Wedge oder Sand Wedge die bessere Wahl.
Warum treffe ich beim Chippen oft den Boden vor dem Ball (Toppen/Gegrabener Schlag)?
Das liegt meist an einer fehlerhaften Gewichtsverteilung oder an aktiven Handgelenken. Achte darauf, dass dein Gewicht während des gesamten Schlages auf dem vorderen Bein bleibt und die Hände vor dem Ball durch den Treffmoment führen.
Was bedeutet die Abkürzung Up and Down?
Up and Down bedeutet, dass ein Spieler den Ball von außerhalb des Grüns mit genau einem Annäherungsschlag (Up) auf das Grün befördert und anschließend mit nur einem einzigen Putt (Down) einlocht.
Wie weit vor dem Ball muss ich im Bunker in den Sand schlagen?
Beim klassischen Explosionsschlag mit dem Sand Wedge solltest du ungefähr zwei bis drei Zentimeter vor dem Ball in den Sand eintauchen. Der Sand befördert den Ball dann sanft aus dem Hindernis.
Kann ich mit dem Putter auch von außerhalb des Grüns spielen?
Ja, das ist oft sogar die sicherste Option. Wenn das Vorgrün sehr kurz und gepflegt ist und kein hohes Gras den Ball bremst, ist ein Putt vom Vorgrün oft risikoärmer als ein Chip.
Was ist ein Lob-Shot und wann setzt man ihn ein?
Ein Lob-Shot ist ein extrem hoher, kurzer Schlag mit maximalem Loft. Man setzt ihn ein, wenn man aus allernächster Nähe ein Hindernis (wie einen Bunker) überspielen muss und die Fahne direkt hinter dem Hindernis steuert, sodass der Ball sofort stoppen muss.